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Gräwe Sharphome Wetzstein 400/1000 im Vergleich

Gräwe Sharphome Wetzstein 4001000 im TestWer seine Messer ganz traditionell schärfen möchte, greift auf einen klassischen Wetzstein zurück. Das Modell, das wir in diesem Testbericht vorstellen, soll für erstklassige Ergebnisse sorgen und sieht auch noch äußerst elegant und edel aus. Wir zeigen die Vor-, aber auch Nachteile auf.

Verpackung und Lieferumfang
Nach der Lieferung entnahmen wir dem stabilen Karton den in Folie eingeschweißten Stein und die dazu passende Halterung aus Bambus. Beide Teile wurden von ausreichend Luftpolsterfolie umhüllt. Eine ausführliche Anleitung lag der Sendung bei.

Qualität und Verarbeitung
Schon allein die auffallend formschöne Halterung aus Bambus ist ein toller Blickfang: Sie verleiht dem Küchenhelfer einen stilvollen Touch und fungiert in jeder Küche als raffiniertes Dekorationselement. Der massive Wetzstein aus Korund-Aluminiumoxid ist 18,0 mal 6,0 mal 3,0 Zentimeter groß und wirkt sehr robust. Er liegt relativ schwer in der Hand und hinterließ einen widerstandsfähigen und belastbaren Eindruck.

Funktionalität
Mit seinen zwei unterschiedlichen Körnungen ist der Wetzstein Sharphome 400/1000 aus dem Hause Gräwe enorm praktisch. Die grobe Seite mit der Körnung 400 eignet sich perfekt zum Herausschleifen von verschiedenen Unebenheiten, sie ist für den sogenannten Reparaturschliff zuständig und bereitet die Messer für den Feinschliff vor. Dieser Feinschliff kann anschließend mit der zweiten Seite erfolgen, die über die Körnung 1000 verfügt. Natürlich gibt es Wetzsteine mit einer noch feineren Körnung, beispielsweise 3000 oder gar 8000. Damit könnte theoretisch ein High-End-Polierschliff erzielt werden, was unserer Meinung nach aber nur für den professionellen Einsatz in gastronomischen Einrichtungen interessant sein dürfte. Der Sharphome von Gräwe reicht mit seinen beiden Körnungen für Privathaushalte und Hobbyköche auf jeden Fall aus. Die Bambushalterung verfügt darüber hinaus über rutschhemmende Gummifüße, die für die Reinigung abgenommen werden können.

Handhabung und Komfort
Die mitgelieferte Gebrauchsanweisung beinhaltet zwar wichtige Tipps und Anhaltspunkte rund um die richtige Benutzung, wer jedoch noch nie mit einem Wetzstein gearbeitet hat, ist sehr wahrscheinlich auf weiterführende Informationen und anschauliche Nutzerdarstellungen angewiesen. Auch für uns war das Messerschärfen mit einem Wetzstein absolut Neuland, so dass wir uns im Internet auf die Suche nach einem „Anschauungsunterricht“ gemacht haben. Wir wurden auch fündig und fanden auf einschlägigen Videoportalen zahlreiche kleine Filme von echten Profis, die wesentlich hilfreicher waren als eine schriftlich verfasste Anleitung. Wir raten jedem neuen Wetzstein-Besitzer, sich ebenfalls an die praxisnahen Videos zu halten, die den Einstieg in die hohe Kunst des traditionellen Messerschärfens deutlich erleichtern. Ganz wichtig vor der Nutzung: Der Stein muss für etwa eine Viertelstunde in kaltes Wasser gelegt werden. Mit etwas Übung schafften wir es dann auch, das Messer langsam und gleichmäßig über den Stein zu ziehen, wobei wir sorgfältig auf den richtigen Schleifwinkel achteten. Sobald der Stein wieder fast trocken ist, muss er erneut gewässert oder zumindest besprenkelt werden, ein trockenes Schleifen ist unbedingt zu vermeiden. Den entstandenen Metallabrieb entfernten wir nach der Prozedur schnell und mühelos unter fließendem Wasser. Im Prinzip ist die Handhabung nicht übermäßig kompliziert, Nutzer sollten sich jedoch vor der ersten Anwendung ausgiebig mit dem Teil beschäftigen.
Leider haben wir aber auch einige kleine Kritikpunkte anzumerken. Wer beispielsweise nach dem Messerschärfen nicht sorgfältig auf eine Trocknung des Steins achtet und ihn nicht getrennt von der Bambushalterung aufbewahrt, wird schnell feststellen, dass es zu einer unschönen Schimmelbildung kommen kann. Außerdem scheint sich der Stein sehr schnell abzunutzen, so dass wir ihm keine übermäßig lange Lebensdauer bescheinigen können.

Sicherheit
Die Verletzungsgefahr ist bei diesem Wetzstein relativ gering, denn die rutschhemmenden Füße auf der Unterseite der Bambushalterung sorgen für einen sicheren Halt. Voraussetzung ist natürlich immer eine vorschriftsmäßige und konzentrierte Handhabung.

Schleifergebnis
Das jeweilige Schleifergebnis hing in unserem Test sehr stark von der individuellen Technik ab. Wer einmal das Gespür für die richtigen Bewegungen und den passenden Druck entwickelt hat, wird sich nach der Anwendung über sehr scharfe und hervorragend geschliffene Messer freuen können, die für eine lange Zeit wieder gute Dienste leisten. Umgekehrt führt eine falsche oder ungeschickte Handhabung aber auch dazu, dass gar keine oder nur eine leichte Besserung festzustellen ist. Wir raten jedem Nutzer, sich für das Messerschärfen Zeit zu nehmen und nicht gleich aufzugeben, falls sich die gewünschten Ergebnisse nicht sofort einstellen.

Vorteile
+ Optisch sehr elegant und dekorativ
+ Besitzt zwei Seiten mit unterschiedlichen Körnungen
+ Abnehmbare und rutschhemmende Gummifüße für einen sicheren Halt
+ Wer die richtige Schleiftechnik erst einmal verinnerlicht hat, wird bei der Nutzung keine Probleme haben.
+ Qualität des Schleifergebnisses hängt im hohen Maße von der richtigen Technik ab.

Nachteile
– Wetzstein nutzt sich mit der Zeit rasch ab
– Schimmelbildung, wenn der noch feuchte Stein zusammen mit der Halterung aufbewahrt wird

Fazit
Der Wetzstein Sharphome von Gräwe ist ein wirkungsvoller Blickfang in der Küche und für all jene Hobbyköche eine lohnenswerte Anschaffung, die einen Sinn für das traditionelle Messerschärfen haben und auch bereit sind, sich zum Einüben jede Menge Zeit zu lassen. Die Verarbeitung der beiden Seiten ist gut, auch wenn uns der starke Abrieb ein wenig gestört hat. Dafür fielen die Ergebnisse bei korrekter Anwendung fast immer sehr gut aus. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist absolut gerechtfertigt, denn auch die Bambushalterung hinterließ einen hochwertigen Eindruck. Wir geben diesem Produkt daher die Note 4.

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