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Zwilling Twinsharp Select im Vergleich

Zwilling Twinsharp Select im TestDieser Messerschärfer von Zwilling “Twinsharp Select” soll sich für Rechts- und Linkshänder gleichermaßen eignen und laut Beschreibung ausgezeichnete Ergebnisse liefern. Da er optisch sehr professionell wirkt und die Versprechungen des Herstellers unsere Neugier weckten, waren wir gespannt auf das Resultat unseres Praxistests.

Verpackung und Lieferumfang
Der Messerschärfer ist 19,5 Zentimeter lang und wurde in einem passenden Karton geliefert. Darin fanden wir auch noch eine kurze Anleitung, die wichtige Tipps zur richtigen Handhabung enthielt. Das Gesamtgewicht betrug rund 350 Gramm.

Qualität und Verarbeitung
Dieser Küchenhelfer wirkt auf den ersten Blick unverwüstlich und extrem hochwertig, denn er besteht nahezu komplett aus sehr hochwertigem Edelstahl. Die Schleifscheiben liegen gut und sicher in der Verankerung, außerdem gefiel uns die gute Griffigkeit, die ein festes und sicheres Zupacken ermöglicht, sehr gut. Kleiner Nachteil: Auf dem Edelstahlgriff fallen Fingerabdrücke und/oder Fettflecken sehr leicht auf. Wer also auch auf die Optik Wert legt, sollte wissen, dass der Messerschärfer häufig poliert werden muss, damit die Oberflächen schön glänzend bleiben.

Funktionalität
Ausgestattet wurde der Messerschärfer Zwilling Twinsharp Select mit zwei getrennten Schärfmodulen, die einen Grob- und einen Feinschliff ermöglichen. Die Module besitzen gut sichtbare Kennzeichnungen, so dass eine Verwechslung ausgeschlossen ist. Das erste Modul dient zum Vorschleifen. Hier sollen die Schärfscheiben ganz sanft und schonend eventuelle Beschädigungen an der Klinge beseitigen. Das zweite Modul übernimmt dann die Feinarbeit. Die Klinge wird optimal geglättet und ist im Anschluss wieder richtig scharf.

Handhabung und Komfort
Zuerst wollten wir wissen, ob dieser Messerschärfer tatsächlich genauso gut für Linkshänder geeignet ist wie für Rechtshänder. Die entsprechenden Testpersonen benutzten das Gerät sehr intensiv und verwendeten dafür gleich mehrere Messer. Letztendlich zeigte sich, dass der Hersteller in diesem Punkt wirklich sehr gute Arbeit geleistet hat, denn dank der speziellen Anordnung der Schärfmodule war die Handhabung für beide Personengruppen gleichermaßen unkompliziert und komfortabel. Vorkenntnisse waren nicht erforderlich, ein wenig Übung kann aber nicht schaden, denn wie sich herausstellte, ist es gar nicht so einfach, das jeweilige Messer im richtigen Winkel durchzuziehen. Dies sollte mit einem gewissen Gefühl geschehen, denn der Druck darf weder zu schwach noch zu stark sein. Außerdem empfehlen wir, das Messer relativ schnell und in einem Zug durchzuziehen, was gerade im Feinschliffmodul nicht ganz einfach ist. Langsame unterbrochene Bewegungen führten nämlich zu schlechten oder gar keinen Ergebnissen. Leider haben wir auch feststellen müssen, dass gerade die Qualität von neuen preiswerten Messern stark unter der Nutzung des ersten Schärfmoduls (Grobschliff) leidet. In diesem Fall wird nämlich häufig zu viel Material von der Klinge abgetragen. Keine Bedenken haben wir jedoch bei der Nutzung des zweiten Moduls, hier kam es in keinem einzigen Fall zu Qualitätsbeeinträchtigungen. Ganz wichtig: Dieser Messerschärfer darf nicht für asiatische Messer verwendet werden! Der Hersteller weist in seiner Beschreibung aber auch darauf hin.

Sicherheit
Auch bei diesem Messerschärfer gibt es eine stabile Abtrennung zwischen den Schärfmodulen und dem Bereich, in dem das Gerät gehalten wird. Sie ist jedoch relativ klein, so dass nach unserem Empfinden Verletzungen nicht komplett ausgeschlossen werden können, falls es zu einer falschen oder versehentlichen Bewegung kommt. Trotzdem sorgt die Abtrennung natürlich für ein Mindestmaß an Sicherheit. Leider fanden wir auf der Unterseite auch keine Anti-Rutsch-Punkte vor. Diese Unterseite ist jedoch leicht rau, so dass dennoch ein einigermaßen guter Halt gewährleistet werden kann.

Schleifergebnis
Das Schleifergebnis hat uns nicht in allen Fällen vollkommen überzeugt, die positiven Erfahrungen überwiegen jedoch. Teilweise liefen die Messer völlig unhörbar und ohne Widerstand durch den jeweiligen Schlitz, bei diesen Messern konnten wir dann anschließend auch kein besseres Schneidverhalten feststellen. Ob dies an einer möglicherweise falschen Technik unsererseits lag oder an der Bauweise, lässt sich im Nachhinein nicht mehr klären. Fest steht jedoch, dass es in einigen Fällen eben zu keiner Änderung beziehungsweise Verbesserung kam. Im Großen und Ganzen fielen die Ergebnisse aber zu unserer Zufriedenheit aus. Viele Messer zeigten nach der Behandlung ein erstklassiges Schneidverhalten und wirkten auch optisch wieder fast wie neu. Die besten Ergebnisse erzielten wir übrigens mit älteren und robusten Messern.

Vorteile
+ Optisch ansprechend, robust und hochwertig
+ Gute Griffigkeit
+ Die beiden Schärfmodule sind klar gekennzeichnet.
+ Für Rechts- und auch für Linkshänder geeignet
+ Nach etwas Übung einfache und unproblematische Handhabung

Nachteile
– Schleifergebnisse konnten in einigen Fällen nicht überzeugen.
– Die Benutzung des ersten Schärfmoduls kann dazu führen, dass von der Messerklinge zu viel Material abgetragen wird.

Fazit
Formschön, stabil und langlebig: Zunächst einmal begeisterte uns der Messerschärfer von Zwilling “Twinsharp Select” mit einer hervorragenden Verarbeitung. Nachdem wir einige Minuten geübt hatten, funktionierte auch die Handhabung gut, das anschließende Ergebnis konnte uns jedoch nicht immer komplett überzeugen. Die Gründe für diese vereinzelten schlechten Ergebnisse können wir uns nicht erklären, prinzipiell war auf den Messerschärfer aber dennoch Verlass. Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist daher auch angemessen, so dass wir diesem Küchenhelfer die Note 4 bescheinigen. Nutzer sollten bei der Verwendung jedoch aufpassen, dass der ausgeübte Druck auf das Grobschliff-Modul auf keinen Fall zu stark ist, da es schlimmstenfalls zu Beschädigungen an der Klinge kommen kann.

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